TLZ 10.05.2012

TA 11.05.2012 „Es wird Aufklärung betrieben“

TA 11.05.2012 Schwule und Lesben betreiben Aufklärung

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TLZ 11.05.2012 Begegnungen statt Ablehnung

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TLZ 15.05.2012 Trotz rechter Hetze engagiert bleiben
Der Vortrag „Feminism reloaded… Neuer Feminismus oder doch lieber queer-feministische Revolution?“ findet am Mittwoch den 16.05.2012 im Laden Triererstraße 5 neben dem Falken statt. Beginn ist 20 Uhr.
Eine Veranstaltung der Damen und Herrengesellschaft
Queeres Bedürfnis, Patriarchat und Klassengesellschaft
1. Bedürfnisse im Allgemeinen und queere Bedürfnisse im Besonderen sind nur zu verstehen im Bezug auf gesellschaftliche Produktion
2. Es gibt eine dunkle Seite von Queer, die in den queer-politics kaum zur Sprache kommt.
3. Queer und Klassengesellschaft:
- Queer ist durchzogen von Klassengegensätzen
- Queer-politics verdecken Klassengegensätze
- Queer-politics markieren Klassengrenzen
4. Queer und Patriarchat
- Indem queer-politics die gesellschaftliche Arbeitsteilung nicht thematisieren und sich auf mikro-soziale Praxen und Identitätskonzepte konzentrieren, verdecken sie die Strukturen des Patriarchats.
- Diese Strukturen sind jedoch nach wie vor von gesellschaftlicher Bedeutung – mehr noch: in der Wirtschaftskrise gibt es einen patriarchalen Backlash, der von queer politics kaum erfasst werden kann.
»In einer verdrängenden Sozialordnung, die die Gleichsetzung von normal, gesellschaftlich nützlich und gut fordert, müssen die Manifestationen der Lust um ihrer selbst willen als ›Blumen des Bösen‹ erscheinen. In Herausforderung einer Gesellschaftsordnung, der die Sexualität als Mittel zu einem nützlichen Zweck dient, verteidigen die Perversionen die Sexualität als Zweck an sich; sie stellen sich damit außerhalb des Herrschaftgebietes des Leistungsprinzips und bedrohen es in seinen Grundfesten. Sie stiften libidinöse Beziehungen, die die Gesellschaft verdammen muß, da sie eben den Zivilisationsprozeß bedrohen, der den Organismus zu einem Arbeitsinstrument umgebildet hat. Sie sind das Symbol dessen, was unterdrückt werden mußte, damit die Verdrängung siegen und die immer wirksamere Beherrschung von Mensch und Natur durchsetzen konnte – ein Symbol der zerstörerischen Identität von Freiheit und Glück.«
[Herbert Marcuse]
Literatur zum Thema:
- The Gay Manifesto and the Queer Manifesto
- Tove Soiland: Queer, flexibel, erfolgreich. Haben
dekonstruktivistische Ansätze den Feminismus entwaffnet?
(http://www.akweb.de/ak_s/ak558/27.htm)
- Roswitha Scholz: Maria, breit‘ den Mantel aus (http://www.exit-
online.org/link.php?tabelle=autoren&posnr=461)
- Andrea Trumann: Feministische Theorie (Schmetterlingsverlag)
- Michael Mauke: Die Klassentheorie von Marx und Engels
(http://www.scribd.com/doc/46867719/Michael-Mauke-Die-
Klassentheorie-von-Marx-und-Engels)
- Herbert Marcuse: Triebstruktur und Gesellschaft (Suhrkamp)
Weitere Links:
biko
Kunst Spektakel Revolution
„FREIE WAHL DES GESCHLECHTS IN ARGENTINIEN
In Argentinien darf künftig jede und jeder selbst das eigene Geschlecht bestimmen – ganz ohne Hormonbehandlung oder Chirurgie. Es ist ein weltweit einmaliges Gesetz.“
Taz 11.05.2012
An dieser Stelle wird der Ankündigungstext zur Veranstaltung
„Queer – angekommen im Neoliberalismus?“ veröffentlicht.
Queer versucht als Begriff und Konzept diejenigen Bedürfnisse und Begierden aber auch Deformationen und Unterdrückungsverhältnisse zum Ausdruck zu bringen, die nicht in den „großen Erzählungen“ (etwa des Marxismus oder des traditionellen Feminismus) vorkommen. Nachdem Queer, das als Stichwort in den 1980′er Jahren im Umfeld von SexarbeiterInnen, Transen, Punks und der Act-Up-Bewegung aufgetaucht war, jedoch Karriere an der Universität (insb. Judith Butler) gemacht hatte und von dort aus in die Konzepte zivilgesellschaftlichen und bürgerrechtlichen Engagements der NGO’s integriert wurde, wurde es Teil ideologischer Staatsapparate.
Seitdem passen queere Lebenskonzepte nicht nur wunderbar zur flexiblen Subjektivität, die uns im Neoliberalismus abverlangt wird, sondern verhindern mit dem Fokus auf Identität und mikrosoziale Vorgänge die Thematisierung ökonomischer Zusammenhänge – etwa die strukturelle Benachteiligung von Frauen in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung.
Demgegenüber gilt es eine queer-communistische Kritik zu formulieren, die eine Aufhebung der Klassengesellschaft und des Patriarchats, sowie eine Verwirklichung der polymorph-perversen Lüste und Leidenschaften anstrebt.
Die Veranstaltung will weniger eine umfassende und ausgereifte Theorie präsentieren, als das aufgeworfene Thema anhand einiger Thesen zur Diskussion stellen.
Die Vorbereitungen für die diesjährige „Woche gegen Homophobie“ gehen in die Endphase. Wenn ihr euch miteinbringen wollt oder wenn ihr euch einfach nur für queere Politik und Diskussion interessiert, schreibt eine Nachricht oder kommt zum Treffen.
Das nächste Treffen findet am Mittwoch, den 02.05. um 19.00 Uhr in der Jakobsstrasse 22 (NEUE LINKE) statt
Der Dokumentarfilm UNTER MÄNNERN – SCHWUL IN DDR von Ringo Rösener & Markus Stein ist ab dem 26. April im Kino im Schillerhof in Jena, im Lichthaus in Weimar sowie im Kinoklub am Hirschlachufer in Erfurt zu sehen. Filmemacher Ringo Rösener wird am 26. April in Erfurt, am 27. April in Weimar und am 28. April in Jena zu Gast sein.
Schwulsein war im Sozialismus kein Thema. Das war ein „Überbleibsel dekadenter bürgerlicher Moral“ und würde sich schon von allein erledigen, dachte man. Da nach dem Zweiten Weltkrieg auch die Verschärfung des § 175, anders als in der BRD, im Osten wieder zurückgenommen wurde, konnte man dort zunächst freier leben – aber es wurde nur nie darüber geredet. Wie man als Schwuler in der DDR gelebt und geliebt hat, davon erzählen in diesem Film sechs Männer – und sind sich dabei keineswegs immer einig. UNTER MÄNNERN erzählt von Individualität in einem uniformen System.
Mehr Informationen zum Film und den Trailer
Die Gruppe wider die natur lädt am Montag, dem 30.4.2012 zu einem Vortrag und Diskussion über Konstruktion von Körper und Geschlecht
Die Veranstaltung mit Klemens Ketelhut findet ab 19 Uhr im veto statt.
Die Diskussion: Was ist ein queerer Raum? findet am Montag, dem 26.3.2012 ab 19 Uhr im veto (Trommsdorffstraße 5, Erfurt) statt.
Eine Veranstaltung der Gruppe wi(e)der die Natur
In Erfurt gibt es irgendwie keinen queeren Raum. Jedenfalls nicht so, wie wir ihn uns vorstellen könnten. Normative Räume, wo mackerhaftes Verhalten willkommen ist und das Heteronormative unwidersprochen bleibt, gibt es ohne Ende. Wie lässt sich also ein anderer Raum herstellen? Z.B. im Veto… Und… Was ist eigentlich ein queerer Raum? Ist dieser sichtbar? Liegt dieser im Auge der Betrachter_in? Ist er etwas, das Menschen tun? Etwas, das gut vorbereitet sein muss? Ist er beweglich? Braucht er eine bestimmte Umgebung? Ist es wichtig, wo er sich positioniert? Und wer positioniert eigentlich was? Und mit welcher Absicht? Handelt es sich um eine Strategie? Eine Denkbewegung? Mit festgelegten Normen? Und möglichst viel Glitzer? Oder ist ein queerer Raum der Schritt ins Ungewisse?